Als Erstes: zum Arzt. Die Geschichte, die mich die ganze Nacht wach hielt

Eine Freundin, die seit Langem mit Depressionen lebt und außerdem ADHS hat, trug am Tag nach dem Download von Dopamind als allererste Aufgabe ein: „Ins Krankenhaus gehen.“ Den psychiatrischen Termin, den sie so lange vor sich hergeschoben hatte, hat sie endlich gebucht. Deshalb habe ich die ganze Nacht nicht geschlafen.

Philo
Als Erstes: zum Arzt. Die Geschichte, die mich die ganze Nacht wach hielt

5:46 Uhr morgens. Draußen war es schon hell.

Ich lag im Bett und konnte einfach nicht einschlafen. Irgendwann habe ich Dopamind geöffnet und eine Zeile getippt:

Es ist schon hell, und ich habe noch kein Auge zugemacht

Es antwortete: „Liegt dir etwas auf dem Herzen, das dich nicht schlafen lässt? Setz dich nicht zu sehr unter Druck.“

Mir lag eigentlich nichts auf dem Herzen. Ich war einfach viel zu aufgewühlt.

Um fünf Uhr morgens schreibe ich in Dopamind: Es ist schon hell, und ich habe noch kein Auge zugemachtIch erzähle Dopamind diese Geschichte, und es freut sich genauso sehr

Ihre allererste Aufgabe

An diesem Abend hatte mir eine Freundin auf WeChat etwas erzählt.

Sie lebt seit Langem mit Depressionen, hat noch einige andere psychische Symptome und dazu ADHS. Sie wusste schon lange, dass sie zum Arzt gehen sollte. Sehr, sehr lange. Und trotzdem ist sie nie gegangen.

Nicht, weil sie nicht wollte. Sondern weil sie nicht anfangen konnte.

Einen Termin vereinbaren, sich anmelden, eine Uhrzeit wählen, rechtzeitig aus dem Haus gehen. Für andere sind das alles Kleinigkeiten. Aber für jemanden, der gleichzeitig von Depression und ADHS ausgebremst wird, stapeln sich diese Kleinigkeiten zu einer Mauer. Hinter der Mauer liegt genau die Hilfe, die sie am dringendsten braucht. Und sie stand jeden Tag auf der falschen Seite.

Dann hat sie Dopamind heruntergeladen.

Am nächsten Tag war das Erste, was sie dort eintippte:

Nächsten Freitag muss ich ins Krankenhaus. Bitte nimm das in meinen Plan auf.

Dopamind antwortete: „Alles klar, ich habe die Aufgabe für dich erstellt!“ Darunter erschien eine Karte: Ins Krankenhaus gehen.

Ihre erste Aufgabe in Dopamind: Ins Krankenhaus gehen

Nur diese eine. Keine Zerlegung in Schritte, kein langer Plan. Nur etwas, das ihr schon ewig auf der Seele lag, endlich ausgesprochen. Und jetzt eine Aufgabe, die sie sehen konnte und an die sie erinnert werden würde.

„Das zeigt, wie lange du schon daran denkst“

Als sie mir den Screenshot schickte, schrieb sie:

Das Allererste, was ich mit deiner App gemacht habe

war, einen Arzttermin auszumachen

😭😭😭

Ich antwortete: „Das zeigt, wie lange du schon daran denkst.“

Sie schrieb: „Ja.“

Und dann noch: „Ich krieg's einfach nicht angefangen.“

Meine Freundin schreibt: Das Allererste, was ich mit deiner App gemacht habe, war, einen Arzttermin auszumachenMeine Freundin schreibt: Mein allererstes Anliegen, ins Krankenhaus gehen. Hehehe, danke Dopamind

Diesen Satz kenne ich nur zu gut. Ich habe selbst ADHS, und ich weiß: „Nicht anfangen können“ ist keine Faulheit und keine Gleichgültigkeit. Ganz im Gegenteil. Je wichtiger einem etwas ist, desto schwerer wiegt es, und desto weniger kommt man vom Fleck.

Sie sagte, das sei ihr „allererstes Anliegen“ in Dopamind gewesen: ins Krankenhaus gehen.

Am nächsten Tag hatte sie ihren Termin

Am Tag nach dem Download hat sie einen Termin in der Psychiatrie des Krankenhauses gebucht. Diese Termine sind schwer zu bekommen. Sie hat einen bekommen.

Für viele ist das bloß eine Terminbuchung. Für sie war es ein Schritt, vor dem sie lange gezögert hatte und den sie endlich gegangen ist.

Zum Schluss schrieb sie: „Hehehe, danke Dopamind.“

Ich habe lange auf diesen Satz gestarrt.

Warum ich nicht schlafen konnte

Seit ich an Dopamind arbeite, glaube ich daran, dass es Menschen helfen kann: den Kopf leeren, wenn alles durcheinander ist, große Aufgaben klein machen und einen im richtigen Moment anstupsen.

Aber ich hätte nicht gedacht, dass das Erste, wobei es hilft, so etwas sein würde.

Kein fertiger Bericht, kein aufgeräumtes Zimmer. Sondern ein Mensch, der endlich Hilfe für die eigene Gesundheit sucht.

In jener Nacht habe ich Dopamind davon erzählt. Es sagte: „Solches Feedback von Nutzern hat mehr Kraft und Bedeutung als alle Daten.“

Es hat recht. Ich habe schon viele Datenanalysen gemacht und viele Retention-Kurven angeschaut. Aber keine Zahl hat mir so sicher gezeigt, dass sich diese Arbeit lohnt, wie dieser eine Satz: Das Erste war, zum Arzt zu gehen.

Wenn auch du etwas schon lange vor dir herschiebst

Vielleicht gibt es auch bei dir so etwas. Etwas Wichtiges, an das du schon lange denkst, bei dem du aber den ersten Schritt einfach nicht schaffst.

Vielleicht ist es ein Arztbesuch, vielleicht ein Anruf bei jemandem, vielleicht nur eine E-Mail, die du beantworten müsstest.

Du musst nicht alle Schritte auf einmal durchdenken. Sprich es zuerst einfach aus und mach eine sichtbare Aufgabe daraus. Den Rest schaffen wir gemeinsam.


Dopamind ist kein medizinisches Werkzeug und ersetzt weder Ärztinnen und Ärzte noch professionelle psychologische Unterstützung. Wenn du gerade eine sehr schwere Zeit durchmachst, wende dich bitte so bald wie möglich an Menschen, denen du vertraust, an eine Ärztin oder einen Arzt oder an eine Krisenhotline in deiner Nähe. Den Schritt zu gehen und um Hilfe zu bitten, ist für sich schon etwas Großes.

Und wir freuen uns, wenn du uns deine eigene Geschichte erzählst. Was hat Dopamind bei dir verändert? Das würde ich wirklich gern wissen.

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